Opfer bringen

Ich bin genervt und müde. Ob es an den Nachwehen einer leichten Grippe letzte Woche oder dem Süßigkeitenfasten oder meinen Tagen liegt weiß ich nicht, ich will am Liebsten einfach meine Ruhe und schlafen. (Mein Mann meint ja, dass ich an zu viel Schlaf leide.) Pustekuchen. Meine Jüngste will tagsüber nicht mehr einfach so schlafen und läuft mir morgens permant hinterher. „Mama, nicht schlafen!“ „Mama, du Pause?“ „Mama, steh auf!“ Da bereue ich es schon fast wieder sie erst vier Monate nach ihrem 3ten Geburtstag im Kindi angemeldet zu haben…und der Geburtstag ist erst Ende des Jahres…Tja, da muss ich wohl Opfer bringen, für meine Überzeugungen, für meine Tochter und für meine eigene Entscheidung. Das ist auch gut so, aber heute hab ich einfach keine Lust auf das! Jetzt flüchte ich mich ganz schnell hierher und schon schreit es vom Töpfchen: „Mama!! Maaaammmmaaa!!!“ Ich hatte nämlich die Lücke entdeckt, die entsteht, wenn die Kinder auf dem Klo sitzen und kurz mit sich selber beschäftigt sind! Die ist jetzt leider schon wieder vorbei und es geht weiter…Always remember Sarah: Du machst die wichtigste Arbeit der Welt!

Vielleicht plagt mich aber einfach auch nur mein schlechtes Gewissen, weil ich ständig am Handy rumspiele um zu checken, wieviel von meinen Büchern schon verkauft wurden und ob jemand eine tolle Bewertung ins Netz gestellt hat. Nicht, das mir das wichtig wäre, nein, nein, auf keinen Fall. Ich schau ja nur interessehalber. Es erschreckt mich, wenn ein leicht kritischer Kommentar kommt und ich mich tagelang damit beschäftige und es zeigt mir, dass ich ziemlich viel noch zu lernen habe, wer meinen Wert bestimmen darf und wie wichtig ist es, was Menschen über und zu mir sagen. Ich muss meine Wurzeln noch tiefer in Gottes Wahrheit verankern.

Und da sind wir schon beim nächsten Punkt, der mich tierisch ankratzt: Meine Zeit mit Jesus! Morgens! Sie findet leider im Moment nicht statt. Schon seit geraumer Zeit und das nervt mich jeden Tag tagsüber tierisch, weil ich spüre, dass ich innerlich leerfahre. Morgens jedoch, wenn es Zeit wäre, das Pöpöchen aus dem Bett zu schwingen, ist plötzlich nur noch das warme Bett im Sinn und alles andere wie weggepustet. Spätestens, wenn ich von einer Stimme geweckt werde, die ruft: „Mama, du musst aufstehen, ich hab zur Ersten!“ ärgere ich mich total und könnte mir in mein Pöpöchen beissen!!! Ich will doch Prioritäten setzen und da muss ich Opfer bringen. Da kommt mir immer wieder meine Kollegin Lissy in den Sinn, die beim Mama Seminar am Frauentag ganz am Rande erwähnt, dass sie drei Mal in der Woche um 5 Uhr aufsteht, um stille Zeit zu haben. Wow! Genial. Das spürt man sofort, wenn man in ihren Blog reinliest.

Hiermit verkünde und nehme ich mir einmal mehr unter Zeugen vor, dass ich aufstehen werde. 5.30 Uhr, dreimal die Woche, Hilfsmittel: ein eigener Wecker (will ich beim Hela kaufen), Musik abends hinrichten. Das ist doch mal ein SMART Goal. (Specific, Measurable, Achievable, Reasonable, Time Bound.) Was man hier nicht alles lernen kann!!

Der Papa meiner Kinder fährt mit dem Auto her. Wir schauen aus dem (ziemlich weit obenen) Badfenster hinunter. Die Kleinste setzte ich der Größten einfach obendrauf, weil sie sonst nix sieht. Wir machen das Fenster wieder zu und die Größte fragt mich: „Mama, wieso habt ihr euch alle auf mich draufgelehnt? Wolltest du mich als Opfer bringen?“

Am Mittagstisch werden dann keine biblischen Vergleiche gezogen, sondern andere Dinge geklärt: „Du, Opfer!“ hätte ein älterer Junge gesagt und eine Andere: „What the fuck?“, was das wohl hiesse und warum ist der Mittlere Finger der „Stinkefinger“, wenn er doch gar nicht riecht und wie kann es eigentlich sein, dass ein Mann und eine Frau sich Sex geben, aber dabei keine Kinder bekommen???

Da geht mir das Herz auf, ohne Witz!! Ich liebe es, dass sie mir solche Sachen überhaupt erzählen und ich das Vorrecht habe, ihnen Dinge zu erklären und verständlich zu machen, von denen manche Teenager keinen blassen Schimmer haben!! Wenn ihr solche Fragen kennt, und hin und wieder keine Ahnung habt, was ihr als Antwort geben sollt: Ihr seid nicht alleine und Fragt Jesus! Bei manchen Sachen erbitte ich mir erstmal Zeit darüber nachzudenken und dann bitte ich Jesus um seine Weisheit und die richtigen kindgerechten Worte. Er verspricht, dass er sie geben wird.

Oh, und das ist ja eine wagenweit offene Türe für das brisante Thema der Leihmutterschaft. In den Medien wird uns das ganz leise und schleichend untergejubelt, mit Berichten von irgendwelchen Stars aus USA, die eine Leihmutter beauftragen, um ihnen das ersehnte Kind zu „liefern“. Alle freuen sich mit ihnen. So wird es uns als „ganz normal“ verkauft. Ich verstehe total, wieviel Schmerz es einem Paar wohl bereiten muss, wenn es keine Kinder bekommen kann und dass es bereit ist, ziemlich viel auszuprobieren, um sich diesen Traum zu erfüllen. Aber diese Art, ein Kind zu „kaufen“ hat einen schrecklichen Preis. Diese Doku zeigt das wahre und echte Gesicht der Leihmutterschaft, bei dem jeder Mutter und jedem, der Kinder liebt, das Herz bluten wird: https://youtu.be/v1_Sohk8CKg.

Zum ersten Mal wurde ich darauf aufmerksam, als ich im Brillengeschäft warten musste und in einer pädagogisch sehr wertvollen Zeitschrift etwa wie „Super Illu“ oder so was blätterte. Da war ein Bild von Cristiano Ronaldo und seiner Familie. Ich sah vier Kinder und musste mehrmals hinschauen. Wie konnte es sein, dass CR7, dieser Promifussballer, den ich früher total heiß fand, eine so junge Frau? und dazu noch vier Kinder hatte? Gott lob konnte ich im Auto sofort Google fragen und fand die krasse Story heraus: Ja, es sind alles seine Kinder. Der erste Sohn, Cristiano Ronaldo jr.!!! wurde auf Facebook der Welt vorgestellt, die Identität der Mutter werde nicht preisgegeben und sie habe ihm vollständig alle Rechte abgegeben; einige Jahre später wurde wieder auf Facebook von ihm der neue Familienzuwachs vorgestellt: Zwillinge, die er bei einer Leihmutter in Auftrag gegeben hatte. Ab diesem Zeitpunkt war er dann mit seiner jetzigen Freundin zusammen, die ein Jahr später ihr gemeinsames Kind auf die Welt brachte! Krass, dachte ich bei mir, hier sieht man total, wie sehr Gott in uns den Wunsch und die Bestimmung hineingelegt hat, fruchtbar zu sein und Nachkommen zu haben. Ein Erbe zu hinterlassen. Einen Erben, der in seinem Fall sogar den gleichen Namen bekommt! Und wenn sich erstmal keine passende Frau dafür findet, dann erfüllen wir uns diesen Traum eben selber. Wer hat, der kann. Das ist unsere Welt.

Die Frage, die mich dabei bewegt ist eher die, wie es nach diesem Wunsch mit den Kindern weitergeht. Dann sind sie da, aber wo und wie wachsen diese Kinder wohl auf? Ob sie viel Zeit mit ihrem Papa haben und was wohl passiert, wenn irgendwann einmal der Wunsch wach wird, ihre richtige Mama kennenzulernen? Sind diese Menschen als Eltern bereit ihr Leben, ihren Plan anzupassen, auch mal ein Opfer zu bringen, zum Wohle ihrer Kinder oder leben sie weiter wie bisher in der Annahme, dass es darum geht nur ihre eigenen Wünsche zu erfüllen. Dann tun mir diese Kinder einfach nur ganz arg leid.

Wir haben uns losgelöst davon, wie Gott sich Ehe und Familie gedacht hat. Dieses ganz einfache und so wundervolle Model, von einem Mann und einer Frau, die sich versprechen und verbinden und die sich vermehren. Es hört sich spießig an und veraltet. Wir denken, wir kriegen das Ganze auf unsere eigene Art hin. Jeder gerade so, wie es für ihn gut ist, wie es sich gut anfühlt. Es geht nur um mich, meine eigenen Wünsche, meine Stimmungslage gerade und was ich denn vom Leben erwarte.

Der Weg zur Freiheit aber, ist der Weg, den Gott uns anbietet. Der untere Weg. Der Weg des Dienens und Liebens. Verzichten, um zu gewinnen. Eben darum: Opfer zu bringen. Wer sein Leben behalten will, der wird es verlieren, wer aber sein Leben verliert um Jesu Willen, der wird es finden. (Matthäus 16,25)

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Meine Kinder wissen, wer ihre Mutter ist und wie man sie finden kann:)

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