Popo beisst

Meine Kleinste ist nun gar nicht mehr so klein. Sie feierte schon ihren zweiten Geburtstag. Wie die Zeit rennt. Grad vorher las ich den schlauen Satz: Der Tag mit Kindern ist lang, die Jahre aber sind kurz.

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Ich höre einen Großteil am Tag solche Sätze von ihr: Mama, fiben. Dayla domm. Dindi den. Magawi Sule. Misa, Sanja?  Papa Auto fahrn, Abeit. Luli. Budder, Honis. Dodda mit. Und oft erzählte Tiana anderen Leuten, wenn sie auch mal zu Wort kommen wollte: Doddi, Popo beisst. Dafür erntete sie jedes Mal einen Lacher und das spornte sie bestimmt an, es immer und immer wieder zu erzählen. Carlotta stellte das einmal richtig: Ne, du hast mir in den Popo gebissen, du alter Knecht. (Wir hatten grad davor einen Weberknecht aus unserer Küche entfernt). Die zwei Kleinen streiten sich doch dann und wann mal und besprechen ihre Konflikte nicht wie gewünscht als Erwachsene, sondern beissen sich wie Kinder, ob der fehlenden Kommunikationsfähigkeit, eben in die Körperteile, die gerade am nächsten sind. Alles ganz normal bei uns.

Was ich aber bei mir bemerke, ist die stetig abnehmende Lust zu erziehen. Ich hab einfach keine Lust auf das ständige Gezank und Geplär und Gewein. Es nervt mich, immer der Buhmann bzw. die Buhfrau zu sein, die alle Regeln aufstellt und einfordern und einhalten muss. Es ist anstrengend und stört meine Ruhe und mein Easyliving. Ich hätte einfach gern, dass alles so läuft, wie ich will, ohne das großartig erkämpfen zu müssen.

Aber nach einem Gespräch mit meinem Mann über unsere derzeitige Familienentwicklung und unsere (eher wilde) Esskultur und den Kinderhaushaltsaufgabenerledigungsrhytmus (welchen?), musste ich einsehen, dass er Recht hatte. Er meinte, dass wenn wir manche Regeln und Dinge eine Weile gut durchhalten und immer wieder durchziehen, sie irgendwann einfacher werden und hoffentlich dann auch zur Normalität für die Kinder und uns werden. Also erstmal ein Einsatz, der sich dann aber lohnt, weil er Auswirkung zeigt.

Und dann sah ich noch das Kurzvideo von Johannes Hartl:

Warum manche Kinder so nerven? https://www.youtube.com/watch?v=qvQm3Xrcv8A

Richtige Hardfacts, aber voll richtig. Das hab ich mich nicht getraut, über WhatsApp zu verschicken, aber hier kann ich es in die Welt senden. Es ist einfach wahr und ich war wieder neu ermutigt und möchte euch deshalb jetzt ermutigen:

ERZIEHEN WIR UNSERE KINDER !!!

Es ist unser Job und niemand kann und wird ihn uns abnehmen! Wir haben den größten Einfluss auf unseren Nachwuchs, im Guten wie im Schlechten. Wenn wir es jetzt nicht tun, wird der Zug irgendwann abgefahren sein. Lasst uns Regeln aufstellen und einhalten, sinnvolle Konsequenzen verkünden und eisern, mit einem aufgesetzten Lächeln und zusammengebissenen Zähnen ein- und aushalten. Schaffen wir Rituale, Struktur, klare Abläufe, das gibt den Kids Sicherheit und Verlässlichkeit und wird sich auszahlen. Raffen wir uns auf und zeigen unseren Kindern gute Grenzen auf. Auch wenn ich deshalb vom (wohlverdienten) Essen aufstehen muss. Es ist wichtig und wird sich langfristig lohnen. Später werde ich dankbar sein für die paar Male, an denen mein Essen kalt wurde, weil ich meinem Kind beigebracht habe, zum Essen nicht eklig zu sagen oder nicht in ein Wutgeheul auszubrechen, weil es keinen Ketchup mehr haben kann.

Also Sarah, raff dich heute nacht und bring deinem Kind bei, dass es in seinem eigenen Bett schlafen soll, wie du es dir schon seit 3 Wochen vorgenommen hast. Alles klar, werd ich machen (wenn ich nicht zu müde und faul und zu bequem bin:))

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Auf der Burg Hohenzollern

 

 

Auf dem Klo. Mama: Mann, dass ist ja ein mega Haufen! Carlotta: Wie Burg Hohenzollern. (Die liegt auch auf einem hohen Berg.)

 

Mama redet vor sich hin: Morgen müssen wir mal wieder was Richtiges zum essen machen. Carlotta: Ja, Aufbackpizza!!

 

Mama: So ist es doch perfekt! Magali: Mama, du kennst dich auch gar nicht mit Ordnung aus!

 

So, und ich erziehe nicht nur meine Kinder, sondern auch mich selbst. Kürzere Abstände beim Blogschreiben und kürzere Texte. Strategie: Ein Abend pro Woche dafür Zeit einplanen und nicht alles auf einmal raustippen, sondern einteilen. Mal sehen, wie mir das gelingt, bis jetzt fühlt es sich noch komisch an, aber ist wohl immer so, wenn man was neues im Leben einführt. Und außerdem sind ja auch nicht die Gefühle meine Bestimmer. Pfürti miteinand.

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