Wein doch nicht, Liebgesicht

…wisch die Tränen weg… So geht ein Kinderlied auf einer CD von uns. Kayla: „Mama, bitte bete, dass mein Mann kein Seemann wird.“ Es geht nämlich darum, dass der Seemann auf dem Schiff wegfährt und seine Liebste daheimlässt. Er verspricht ihr jede Menge Dinge, die er mitbringen wird, wenn er dann wiederkommt. Mein Mann ist kein Seemann, hat aber für eine Woche auch sein Liebgesicht daheim gelassen. Sogar mehrere weibliche Liebgesichter. Die ersten Stunden nach der Wegfahrt sind immer die Schwierigsten finde ich. Da merkte ich dann gestern wieder, was es bedeutet Eins zu sein. Nicht mehr zwei, sondern eins. Das Herz schmerzt, wenn ein Teil fehlt. Aber wir werden es schaffen und danach ist die Freude und Dankbarkeit immer mehr. Was für ein Geschenk nicht alleine durch dieses Leben zu gehen, sondern vereint.

Hellen_Anna-Ruby_Falls (3)Tiana steht morgens in ihrem Bettchen. Kayla: „Ich glaube sie möchte raus und die weite Welt erkunden“. Das möchte sie wirklich. Sie krabbelt im Turbogang und am liebsten haut sie alle möglichen Sachen irgendwo drauf, wo es laut klingt und schmeißt verschiedenste Sachen durch die Gegend (bevorzugt am Esstisch). Sie zieht sich überall hoch, wo sie kann, rührt im Klo, läuft am Sofa entlang. Heute mittag steckte sie kopfüber in unserem Regenwasserspeicherbottich… Gut, dass es niemand gesehen hat und ich grade auch zufällig? auf dem Balkon war. Danke Jesus, für jeden einzelnen Schutzengel für unsere Kinder! Sie muss manchmal Liebesattacken aushalten oder auch andere Attacken, bei denen jemand auf sie draufsteht, sie herumzieht, herumträgt, am Arm hält, beisst. Sie ist smart und wehrt sich mit Gegenbissen, Gebrüll, dass die Mama anlockt und die dann meistens gleich ihre Partei ergreift (meist ohne erstmal nachzufragen was los ist. Nicht sehr pädagogisch.) Es ist aber auch nervig, wenn ständig irgendjemand irgendwo rumjammert, rumärgert, rumzervt, rumstänkert, sich rumdrückt, oder? Sie hat schon mindestens 6 Zähne die echt scharf sind und mit dem Essen klappt es auch immer besser. Allerdings ist Essen lernen echt ein bisschen eklig, vor allem, wenn man Teppichboden hat. Was man da alles für angelutschte und abgekaute und zermatschte Sachen vom Boden auflesen muss ist echt eine Wucht!! Aber besser man liest es auf, sonst hat man es nachher noch an der Fusssohle kleben 😊

Carlotta und ich sind auf dem Balkon. Grade hat mich irgendwas in die Kniekehle gestochen. Ich frage Carlotta, ob sie für mich beten kann. Sie legt ihre Hand auf mein Knie: “Danke Jesus, dass die Oma kein Knie mehr hat“  (Beim Rollenspiel bin ich immer die Oma, sie die Lisa, dann gibt’s noch den Stanni (Kayla) und das bunte Feuerwerk oder Buntblumi (Magali)) Carlotta, unsere Kraftvolle. Sie hört sich gerne selber reden und erfindet die tollsten Rollen- und Wortspiele und fährt mit dem Schulbus und verreist, mahnt zum Ruhig sein, weil ihre Kinder schlafen. Andi hat grad ein paar Tages, bzw. eher Nachttraining hinter sich gebracht um ihr abzugewöhnen, völlig auszurasten und megalaut zu schreien und toben, weil ihre Decke krumm liegt oder weil sonst irgendwas nicht so ist, wie sie es gerne hätte. Es hat geklappt, er hat ganze Arbeit geleistet und konnte ruhig bleiben, als sie sich mit ihm im (begehbaren) Kleiderschrank so laut ausgeschrien hatte, bis sie wieder von selber ins Bett gehen wollte und ruhig war. Wow, toll gemacht Liebgesicht!

Buford_Greenway (9)

Liebgesicht

Carlotta ist im Hausgang und sagt: „Da liegt eine tote Spinne. Der teufel hat sie tot gemacht!“ Meine Kinder reden manchmal über den teufel, fast zu oft wie ich finde. Es ist wichtig nicht zu leugnen, dass es ihn gibt und seine Strategie zu durchschauen, aber es ist genauso wichtig ihm seinen richtigen Platz zu geben. Er ist nicht wirklich der Gegner Gottes. Gott hat keinen Rivalen. Er ist allmächtig, niemand ist wie er. Er hat alles geschaffen. Der teufel ist ein geschaffenes Wesen, ursprünglich mal ein Engel, der selber Gott sein wollte und dann auf die Erde verbannt wurde. Als Gegner des teufels kann man vielleicht eher jemanden vom Rang des Erzengel Michael sehen. (Ist nicht von mir, sondern von Bill Johnson. Von ihm hab ich auch den Einfall, entgegen aller Rechtschreibregeln den Namen des lügners kleinzuschreiben um damit ein Statement abzugeben und ihn nicht zu acknowledgen (klingt englisch viiel besser als deutsch: würdigen, anerkennen). Find ich total gut, deshalb hab ich es gleich mal übernommen). Als ich dann aber nachgedacht hatte und die unten genannte Andacht angehört hatte, wurde mir klar, dass Carlotta vollkommen die Sache verstanden hatte. Der teufel ist gekommen um zu stehlen, zu zerstören und zu töten. (Joh. 10,10) Er will alles kaputt machen. Und er ist leider ganz schön erfolgreich. Adam und Eva waren eigentlich von Gott dazu eingesetzt über diese Erde zu herrschen, aber sie gaben ihr Recht an den lügner ab. Die Welt gehört Gott und er hat sie geschaffen, aber bis er wiederkommt, ist dem teufel erlaubt sein Unwesen zu treiben und über sie zu herrschen. (1.Joh. 5,19) Was dabei herauskommt, kann man ja jeden Tag in den Nachrichten sehen. ABER wenn jemand Jesus Christus sein Leben gibt, dann kommt er von der Dunkelheit ins Licht. Von der Knechtschaft in die Freiheit. Von der Herrschaft des teufels in das Königreich Gottes. Es gibt nur diese Zwei, keine Grauzone dazwischen. Jeder muss sich entscheiden, welchem Herrn er letztendlich dient. In der Andacht bringt Johannes Hartl ganz klar zum Vorschein, was grad ganz aktuell bei uns in Europa und auch hier in USA abgeht. Brandheiss und hochinteressant, jeder muss es wissen:  https://www.youtube.com/watch?v=gUXbDuYiSiY

IMG_6174Was für mich dabei wieder ganz klar wurde: Familien sind solche Schätze! Einfach weil es euch gibt. Ihr seid so mega wichtig. Ihr seid Gottes Abbild in dieser Welt und strahlt euer Licht heraus. Ihr müsst nicht perfekt sein, es ist eh niemand perfekt, sondern einfach so wie ihr seid, benutzt Gott euch um dieser Welt sein Gesicht zu zeigen. Seine Liebe, wie er Beziehung lebt, wie er ist, seinen Charakter. Wir brauchen euch! Wenn eure Kinder irgendwo rumschreien kriegt ihr vielleicht von den Leuten genervte Blicke, aber der Allmächtige schaut euch zu und freut sich aus ganzem Herzen über euch! Ihr seid eine Stadt auf dem Berg, die hell leuchtet! Danke, dass ihr den Unterschied macht, danke, dass ihr euch für Kinder entscheidet, für euren Ehepartner, für eure Familie. Ihr tut das Richtige! Gott, unser Papa im Himmel liebt es, sich durch die Liebe von Mann und Frau und von Eltern zu Kindern dieser Welt zu erkennen zu geben. Siehe da, das Haus Gottes bei den Menschen!!

Kayla versprecht ihr Gehalt und verhält nicht ihr Sprechen. Oft hat sie schon nach 1 Minute vergessen, was grad gesagt wurde und hat sich selber abgelenkt. Sie liebt es CD zu hören, vor allem Maike oder Emmi. Die CDs sind auch noch total cool und voll mit Jesus. Leider ist sie dabei so -was weiß ich was- ,dass sie immer irgendwo draufrumkauen muss. (Andi sagt ja, wie die Mama, weil die ja auch an den Fingernägeln kaut. (hat er ja wahrscheinlich Recht, aber das schreib ich nur ganz klein hier hin)) Jedenfalls liegen dann verkaute und ausgespuckte Papierstücke herum und letztens waren die Fotos von der Pinnwand weggemacht und rundherum mit kleinen Bissspuren versehen…Naja, wenigstens war für fast eine Stunde nix aus diesem Zimmer zu hören außer dem Kassettenrekorder…Man muss auch manchmal Opfer bringen.

Neulich sind mir die Bedeutungen unserer aller Namen wichtig geworden und ich hab alle aufgeschrieben, bin dabei auf ziemlich coole Sachen gestossen. Kayla bedeutet die Krone und unsere Freundin Nicoleta hat bei Kaylas erstem Geburtstag in ihr Büchle reingeschrieben, dass sie wie Königin Esther sein wird. Königin-Krone, passt ja wunderbar. Und Kayla würde einen Schönheitswettbewerb gewinnen, wie damals Esther. Eltern sind Propheten für ihre Kinder, schreibt Mark Batterson. Ich sage und bete jetzt immer wieder über ihr, dass sie tapfer und mutig ist und dass sie geboren ist, für eine Zeit wie diese und dass Jesus ihre Schönheit und ihre Krone benutzen wird, um Geschichte zu schreiben und ihm Ehre zu geben. So wird es sein. Amen.

Mama hält Kayla eine Standpauke. Kayla: “Jetzt ist es aber gut. So ist Jesus auch nicht!“ (Mama hört auf, weil sie die Wahrheit in den Worten ihrer Tochter trotz deren Jugend erkennt.)

Abends im Bett. Kayla: “Jesus, ich bete, dass kein Donner und Blitz kommt. Fröhlich seis beim Abendessen…“

Magali: “Mama, ich verdurste!!!“ Kayla antwortet für mich:“Du, hab ich vielleicht 4 Kinder, die ich alle versorgen muss?“

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Da war der dritte Zahn locker

Magali Milchzahnperle Lauser. Heute ist der fünfte Zahn rausgemacht worden. Wird langsam normal, aber sie kommt immer irgendwann an den Punkt, dass sie sich heuljammernd fragt: „Warum müssen denn nur die Zähne ausfallen?“ Wenn er dann draußen ist, ist sie voller Enthusiasmus und Freude ob der Süßigkeit die sie erwartet. Sowieso sind die Fragen: „Krieg ich was Süßes?“ und „Dürfen wir was anschauen?“ wohl die meistgefragtesten Fragen in unserem Haushalt. Bei welchem Haushalt mit Kindern wohl nicht? Magali freut sich auf den Kindi, der jetzt endlich nächste Woche wieder anfängt. GOTT SEI DANK!! Fast 4 Monate waren wir jetzt alle zuhause, bei schweißtreibenden Temperaturen und gefühlt auf einem Vulkan, der jederzeit explodieren kann. (Naja, das ist wohl etwas übertrieben) In dem Königreich, in dem ich zuhause bin, liebt man die anderen no matter what. Man dient und segnet und sucht das Beste für die anderen. Und so versuchen wir es auch, mit aller Kraft. Wir inkluden (Inklusion ist doch eh ein Schlagwort dieser Zeit) die Untermieterin im Essensgebet, haben ihr unser Zweitauto zur Verfügung gestellt, weil sie keins haben, bleiben morgens bis Punkt 8 Uhr im Kinderzimmer so leise es geht und auch sonst wird jede laute und polternde Aktion mit „Schhhht“ und „Leise“ und „Tiptoe“ Rufen begleitet. Es ist echt anstrengend. Irgendjemand sagte mal: „Es gibt nur wenige Gelegenheiten im Leben wirklich demütig zu sein. Diese ist eine davon.“ Wir werden sie nutzen um mehr so zu werden, wie Jesus ist. Die Mädels machen es echt toll und geben ihr Bestes, sie schaffen es leise Party zu machen und zu rennen. Respekt, ich bin sehr stolz auf euch.

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Dürfen wir was anschauen? Ja!

Und in einem Haus zu leben erscheint mir wie ein weit entfernter, tiefenentspannter Traum. Aber nun gilt es wohl in dieser Phase, diese Lektion zu lernen, des Rücksichtnehmen, des Liebens, des Dienens, der Demut, des Segnes, und je schneller wir diese Lektion gelernt haben umso schneller wird die nächste Phase eingeleitet werden. Hallelujah! God is good all the time. Ich bin dankbar in allen Dingen. Danke, dass wir überhaupt ein Dach über dem Kopf haben, danke, dass wir trotzdem gut mit ihnen klarkommen, danke, dass sie uns Essen hochbringt, danke, dass wir wissen, wer unter uns wohnt und dass wir nicht alleine sind, danke, dass wir dienen üben dürfen, danke, dass wir lernen dürfen, leise zu laufen, Rücksicht zu nehmen. Danke, dass wir gesund sind und nicht im Krankenhaus sein müssen, danke, dass wir nicht für immer hier sein müssen. (Die Punkte zu finden hat jetzt schon ein Weilchen gedauert…😊)

Aber Gott ist wirklich gut und er ist auch unser Versorger. Voll cool, für diese Woche haben wir jetzt jeden Tag etwas mit anderen Freunden ausgemacht, so viele Leute schenkt er uns hier. Jetzt kürzlich erst eine Art „Ersatzoma“, wo die beiden Großen voll gerne hingehen und sogar alleine dableiben, sie freut sich sehr und ich freue mich, wenn ich nur die zwei Kleinen habe. (Da schauen sie fern, essen Pommes, backen Brot und Cookies, essen ganz viele Süßigkeiten😊Wie bei echten Omas halt😊) Danke Jesus. Wenn man so ganz alleine irgendwo ist, freut man sich sehr, wenn man neue Leute kennenlernt und ist auch ein bisschen auf sie angewiesen. Das ist oft gar nicht mal so schlecht, weil man aus seiner Komfortzone rauskommt und offen und neugierig auf andere Menschen sein kann und muss. Es schützt davor eingefahren und abweisend zu anderen zu sein, die Kontakte suchen. Wir alle brauchen menschliche Nähe und Ansprache und das Gefühl geliebt und gesehen zu werden.

Eigentlich wollte ich ja noch von Magali erzählen…Sie braucht Zeit um sich auf neue Situationen einzustellen. Letztens waren wir in den Bergen übers Wochenende bei Freuden eingeladen. Wir kamen nachts an, Kayla schlief ohne Mucks sofort im neuen Bett weiter, Magali lag weinend neben ihr und fragte mich, ob wir das schaffen würden, da ja hier alles neu wäre und sie nichts kenne. Nach kurzer Zeit genoss sie es sehr, aber dann mussten wir schon wieder heim. Auf der Heimfahrt waren dann wieder Tränen ob dem Ende des Urlaubes und weil dieser so schön war. Neuanfänge, Abschiede, daraus besteht wohl viel in unserem Leben. Mir fällt es manchmal schwer da immer einfühlsam damit umzugehen, weil es mich dann auch nervt und ich nicht noch mehr weinerliche Töne hören möchte. Da verzieht sich Magali dann gerne in irgendein hinterletztes Eck und trauert allein vor sich hin. Auch öfters vor dem Essen, wenn irgendwas nicht passte oder einer ein zu harsches oder ungerechtes Wort mit ihr geredet hatte. Da wurde mir letztens total klar, was gerade hier bei ihr die richtige Art ist darauf zu reagieren. Ich bin dann nämlich eher so veranlagt, dass ich hart bin und denke, dass sie jetzt halt schmollen soll und sich ja entschieden hat. Dann kriegt sie halt nix mehr zum Essen und soll da hinten rumheulen, ist doch eh übertrieben usw…. Da brachte mein Ehemann den Spruch: Gnade vor Recht ergehen lassen.

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Fast mal ein perfektes Bild, ach nein, ein Kaffeefleck.

Der setzte sich bei mir fest und brachte mich zum Nachdenken. Natürlich ist es falsch einfach wegzurennen und irgendwo rumzuschmollen, aber bei ihr muss ich in dieser Situation Gnade vor Recht ergehen lassen. Ich will mich entscheiden jedes Mal irgendwann nach ihr zu schauen und die Sache mit ihr zu besprechen und sie in den Arm zu nehmen und zu uns zu holen. Die Liebe ist wichtiger als alle starrherzigen Erziehungsdogmen? in meinem Kopf und die Liebe ist immer stärker als alles andere. Die Liebe siegt immer, weil Jesus immer siegt. Amen und Amen.

Vorschau:

  • Blutsverwandte Omi und Opi kommen zum Spontanbesuch Mitte September. Juhuu! Enkel und Omi haben schon ihre Countdownliste gestartet!
  • Wohnmobiltour an der Westcoast als Abschlussurlaub in den Vereinigten Staaten. Wie aufregend! Vorfreude und Vorbereitungsgebet gestartet!

 

Achtung, dieser Artikel könnte später noch verändert werden, weil sich Lektor Lauser zur Zeit außerhalb des Landes befindet. Aber die Angaben sind ja wie immer sowieso ohne Gewähr.

 

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