Heiliges Chaos

Familie ist heiliges Chaos. Laut, wild, unordentlich und heilig. Gott liebt das. Er hat es so geschaffen und gewollt und er freut sich an uns Familien!IMG_5603

Nichts desto trotz (?) muss man ja irgendwann aufräumen und ein bisschen Ordnung schaffen. Also was machen wir an einem kalten, verregneten Sonntag?? (Ohoh, remember the sabbath day, hat Magali als eins von den Geboten auswendig lernen müssen) Naja, Gott ist auch ein Gott der Ordnung steht in der Bibel. Da gab es dann bei uns die erste große offizielle Aufräumparty. Alle Spielsachen auf einen Berg ins Wohnzimmer geleert und eine neue Ordnung mit Kisten und Plätzen gemacht. Hat echt super geklappt, vor allem, weil die Aussicht auf ein Eis am Ende der Party bestand. Leider muss man sagen, dass die wunderbare Ordnung schon am zweiten Tag nicht mehr zu erkennen war und alles wieder irgendwo rumlag und reingeschmissen wurde. Ich muss oft denken, dass sie es ja bei mir auch nicht anders sehen…naja, deshalb herrscht nach (her) wie vor (her) heiliges Chaos.

Kayla hat abends Bauchweh. Ich lege meine Hand auf ihren Bauch und bete für sie. Es wird ganz warm. Ich frage sie, ob sie es auch merkt. Sie nickt. Ich erkläre ihr, dass das der heilige Geist ist, der von mir zu ihr und von ihr zu mir fließt. Kayla: „Der Opi hat auch gefliest.“ (Er hat die Fliesen bei uns im Haus gelegt:))

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Kayla ist der Teenager in der Mitte (Sie wollte eigentlich mit dem Handy spielen)

Kayla gefällt es sehr im Kindi. Sie ist so mutig und das mit dem Englisch kriegt sie irgendwie ganz toll hin. Was bei den Kindern im Gehirn abgeht ist echt unglaublich erstaunlich. Ihr Freund heißt Jackson (sprich Zäksen) und ihre Freundinnen Sadie und Victoria. Sie freut sich jeden Tag und ihre Erzieherin hat gesagt, dass sie eine Freude für ihre Class ist und „absolutely on track“ ist. Das bedeutet total brav und anständig. (Ups, stimmt gar nicht, sagt mir Andi grad. Es heisst, dass sie nicht hinter den anderen her ist, sondern im Zeitplan, also gleich gut Sachen machen kann. Das war mir natürlich auch schon klar:)) Wow. Das freut uns natürlich und wir sind sehr stolz auf sie. Im Kindi lernt sie schon die Buchstaben und Zahlen und Reihenfolgen und sie machen jeden Tag Arbeitsblätter. Richtig krass finde ich. Echt so toll, dass sie mittags daheim dann einfach Kind sein darf und sich auch mal neben dem „track“ (Spur) austoben darf. Und weiß, dass sie sein darf und sehr geliebt wird, auch wenn sie sich mal gelb und rot benimmt. Im Kindi kriegt jedes Kind jeden Tag eine „Bewertung“ wie es sich benommen hat, grün, gelb oder rot. Das Erste was Kayla am Ende des ersten Tag ganz glücklich und erleichtert mir erzählt: „Everyone is green today, hat die Mrs Tish gesagt!“ Ich sage ihnen jedes Mal, dass wir und auch Jesus sie lieb haben, egal ob sie auch mal gelb oder rot sind.

Kayla erzählt: „Zum Abholen müssen wir immer eine Leine machen. Go in the line.“

In Magalis Class war letzte Woche mal ein Mädchen gelb und auch mal eins rot. Die Eine hat eine andere gebissen. Die Andere hat eine andere „gepuncht“.:) Die Jungs sind öfter mal gelb oder rot, „weil die auch eher wild sind“ sagt Magali, aber für die Mädels ist das ganz schlimm.

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Kayla ist der Fotograf dieses Bildes. Sie durfte einen Fotoworkshop mit Papa machen.

„Die Emma hat dann sehr geweint und hat sich hinter ihrem Buch versteckt, damit es niemand sieht, aber ich hab es genau gesehen“ erzählte Magali. Ich finde das immernoch total lustig irgendwie, aber für die Kinder ist es natürlich schrecklich. Und ich sage Magali, dass Gott die Jungs so geschaffen hat, dass sie wild sind. Es ist gut so, dass sie anders sind als die Mädels. Wir brauchen starke, freie, wilde Jungs, natürlich mit Selfcontrol. Genauso wie auch die Mädels Selfcontrol brauchen. Und die Eltern. Und die Teacher. Und alle anderen.

Magali: „Ich freu mich schon auf meinen Heiratsantrag! Gell Mama, du hast da Eis bekommen? Vanille oder?“

Das dieses Thema aufkommt, liegt wahrscheinlich am Süßigkeitenliebeswahn, weil die Mädels für alles, was annähernd süß ist, fast alles tun oder geben würden. Oder vielleicht auch daran, dass Andi fast jeden Abend, wenn er für sie betet, für ihre zukünftigen Ehemänner betet und für Reinheit, dass sie warten können, bis Jesus ihnen den Richtigen zeigt. Und wir deshalb schon manchmal darauf gekommen sind, wie Andi denn mich gefragt hat, ob ich ihn heiraten will. Die Geschichte finden sie immer wieder super spannend. Ist sie wirklich auch.

By the way: Herzlichen Glückwunsch Robin und Lisa zur Verlobung. Yeah! Ihr seid ein tolles Paar!

Bei uns hat es in letzter Zeit ein paar Mal Gewitter gegeben. Die Mädels haben sehr Angst vor Blitz und Donner. Da gewitterte es dann in der Nacht und am Liebsten schlupfen sie natürlich zu uns ins Bett. Andi und ich finden Gewitter total gemütlich und machen uns manchmal ein kleines bisschen lustig über sie (was natürlich pädagogisch total unwertvoll ist und auch gemein, weil ich hatte als Kind auch voll Angst bei Gewittern). Wir fragen sie morgens: Warum war es denn beim Gewitter besser in unserem Bett? Magali: „Weil ich dann ein bisschen in euren Rücken oder euren Bauch reinschauen kann und den Blitz nicht sehe.“

Leider wird es auch oft innen laut und donnerig, obwohl draußen der Frühling anbricht mit strahlendem Sonnenschein. In letzter Zeit ist mein Tonfall oft nicht angemessen und ich bin genervt von allem und lasse es dann an den Leuten raus, die mir am Wichtigsten von allen sind und bei denen ich so richtig ich selbst bin, ohne Maske und ohne Show. Das ist nicht gut und vor allem hinterher tut es mir so leid (vor allem wenn alle 4 Mädels auf einmal weinen müssen, weil sie sich so erschrecken:().

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An einem friedlichen Abend (Carlotta liebt es zwischen den Zehen zu grubeln)

Da kam letztens Andi von der Arbeit und war fertig und ich habe rumgeschrien und wir haben uns so richtig gestritten. Magali verkriecht sich ins Zimmer, Kayla pfeift die ganze Zeit auf so einer Trillerpfeife rum:“Wenn ich pfeife heißt es, die Eltern sollen sich nicht streiten.“ Magali sagt:“ Es ist für mich kein Spass, wenn Papa so mit Mama redet und Mama so mit Papa.“ Recht hat sie. Wir Alten schmollen zwar noch halb, aber sagen den Mädels, dass der Streit nichts mit ihnen zu tun hat, dass wir zwei uns sehr lieb haben, auch wenn wir mal streiten und entschuldigen uns bei allen Mitgliedern der Familie, dass wir so geschrien haben. Wer das Falschverhalten mitbekommt, muss auch in die Wiedergutmachung miteinbezogen werden.

IMG_5457Carlotta redet und redet. Eine wahre Pracht. Sie ist eine echte Principessa, will eigentlich immer einen Rock oder ein Kleid anziehen und eine Krone. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, versucht sie es mit allen Mitteln zu bekommen. Da ist harte Erziehungsarbeit jetzt angesagt. Andi kam vorher mit dem dritten Schnulli aus dem Kinderzimmer, den er wegschmeisst, weil sie sich entschieden hat, den aus dem Bett zu schmeissen. Das ist ihm grad recht, weil wir doch eh schon seit Monaten versuchen wollten ihr den Schnulli abzugewöhnen. (Ihr wisst ja, wir haben damit so ein Thema:)) Die Schnullis waren eh nur noch alle mit abgeschnittenen Saugteilen dran, das war der Tipp vom Kinderarzt. Ach ja und die Sauberkeitserziehung klappt leider auch nicht so wie wir das gern hätten, Carlotta kommt mehrmals am Tag knitze grinsend zu mir und sagt „wickeln“ und wenn ich die Bescherung rausmachen muss „eklis“. Wenn ich ihr dann wieder erkläre, dass sie eine Belohnung bekommt, wenn sie aufs Potty was reinmacht, versucht sie draufzusitzen und mit aller Kraft was rauszupressen. Da kommt dann meist nichts, aber sie schaut mich trotzdem mit zur Seite geneigten Kopf an und fragt:“Lohnung?“

Wir lasen beim Frühstück endlich mal wieder aus unserem Kinderandachtsbuch, dass viel zu oft unbeachtet irgendwo rumliegt, davon, dass Jesus es sich am Meisten wünscht in unserem Herz zu wohnen und wenn er das tut, dass wir dann wissen, dass wir nach dem Tod bei ihm sein werden. Im Himmel. Magali sagte wie immer, wenn wir davon sprechen:“Wir beten auch, dass Carlotta und Tiana ihr Leben Jesus schenken“. Ich erkläre es Carlotta und frage sie, ob sie auch möchte, dass Jesus bei ihr drinnen wohnt. „Ja“ ist ihre strahlende Antwort!

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Was passiert wohl als Nächstes?

Wir freuten uns sehr mit ihr. Ich überlegte dann, ob man das jetzt für voll nehmen kann, oder es nur als „Gefallen wollen“ und „nachsagen“ abstempelt. Weiß auch nicht recht. Aber Fakt ist, dass sie sehr wohl ihren eigenen Kopf hat und dass die Stimme der Kinder sehr wohl von Gott gehört wird. Bestimmt manchmal lieber als die von uns Erwachsenen:) Und grad erst gestern abend lasen wir in Psalm 7 oder 8: „Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du dir eine Macht zubereitet…“ Also, ihre Aussagen haben jetzt schon Bedeutung für Gott und sowieso wird es immer wieder Punkte geben, an denen sie und wir alle uns ganz neu entscheiden müssen, wer denn jetzt tatsächlich bei uns auf dem Thron sitzt, unser Ego oder Jesus. Jedenfalls ist Carlottas Name jetzt im Buch des Lebens aufgeschrieben. Ganz am Ende, beim jüngsten Gericht, wenn der Richter darüber entscheidet, wer von uns ins ewige Feuer oder ins ewige Leben geht, wird sie mit Pauken und Trompeten in diesen wunderbaren Ort einziehen, in dem es keine Tränen mehr gibt, kein Leid und keine Traurigkeit. Und mit ihr alle, deren Leben nicht ihnen selbst gehört, sondern Jesus und der ihre Strafe schon lange bezahlt hat! Solche schwerwiegenden Entscheidungen werden bei uns am Frühstückstisch getroffen, mannomann! Und hiermit habe ich auch meine Aufgabe erfüllt, zu berichten, dass dieses Gericht tatsächlich stattfinden wird, nachzulesen in der Bibel ganz ganz hinten, Offenbarung ab Kapital 20. Vergessen und verdrängen wir gerne, weil wir so viele andere „lebenswichtige“ Dinge zu tun haben…

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Ich liebe meine wunderschöne Tochter!

Tiana Ina wird gerne für ihre „juicy cheeks“ (saftige Backen) gelobt. Ich nehme das ganz in amerikanischer Manier für ein saftiges Kompliment und lächle stolz und bedanke mich. Einfach unglaublich, dass so ein Baby nix anderes isst und trinkt als Milch, die aus seiner Mutter herauskommt. Davon wird es groß und stark und ist so mega fröhlich und zufrieden. Was für ein genialer Masterplan doch dahinter steht. Langsam, aber sicher wird sie jetzt anfangen Brei zu bekommen, am Tisch sitzt sie schon mit dabei, halb liegend und schräg, aber Hauptsache mit dabei. Sie ist –gott sei Dank- wieder in ihrem Rhythmus angekommen. Alle ihre Schwestern lieben sie und kümmern sich total gut um sie, Carlotta häuft oft Spielsachen auf sie im Maxi Cosi drauf und Magali und Kayla streiten sich öfter, wer jetzt denn auf welcher Seite neben sie liegen darf. Wenn ich meine Ruhe will, klappt es manchmal, dass ich sie in das Spielzimmer, wo die Anderen grad sind, reinlege und sie dann zuschauen darf und total gut entertaint wird. (Hoffentlich liest das niemand vom Jugendamt:)

Andis Knie tut weh und das schmerzt uns alle. Falls jemand Zeit und Lust hat, könnt ihr gerne beten, dass jetzt Schluss ist mit Schmerzen. In Jesu Name.

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Wenigstens von Carlotta bekomme ich fast jeden Tag eine Tasse Kaffee serviert

Mir kommt das Ende der Fastenzeit vor wie ein Traum. Wir haben jetzt angefangen, auch Freitags den ganzen Tag zu fasten und ich habe nach reiflicher Überlegung auch meinen lieben Kaffee und Nescafé Cappuccino weggelassen. Das ist echt hart. Vorher hatte ich schon den Zucker im Kaffee weggelassen, da schmeckte er mir ja schon nicht mehr, aber jetzt hatte ich mich grad dran gewöhnt und jetzt ganz ohne ist schon blöd. Wofür lohnt es sich denn da noch zu leben, wenn ich keine Mittagspause mehr mit leckerem angerührtem Cappuccino aus Deutschland trinken kann? Das sind die Gedanken, die mir öfter mal durch den Kopf gehen.

Umso mehr bewundere und bete ich für die Leute, die die ganzen 40 Tage durchziehen. Respekt. Aber es ist so gut, Dinge wegzulassen, damit man sie wieder ganz neu wertschätzen und dankbar dafür sein kann. Und ich will unbedingt dabei sein, wenn Gott etwas Neues tut und ich wissen darf, dass ich live dabei war und seine Hand bewegen durfte, gemeinsam mit meinen Brüdern und Schwestern als eine Einheit. Wow, wie cool.  Feuer fällt auf Opfer. Und dieses Opfer, dass da gerade von so vielen Menschen gebracht wird, berührt Gottes Herz so sehr.

Magali sagt abends: „…und ich will die Nacht fasten. Nicht schlafen, sondern fasten.“

 

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