Leben live

Mama hat es endlich mal geschafft und war motiviert sich morgens hübsch zu machen und sogar – tata-  zu schminken. Magali schaut mich am Tisch an und fragt: „Hast du dich geschminkt?“  Ja, sage ich voller Stolz und freue mich schon auf ein Kompliment. Ihr Kommentar: “Sieht komisch aus und … unecht!“

Der Kater Tiger von Oma und Opa ist vor einigen Monaten gestorben. Kayla fragt: Ist der Tiger noch gestorben?

Magali im Skype zur Omi: „Hats dir die Sprache überschlagen?“ (Diese hatte den Satz ein paar Mal davor zur Kayla gesagt. Natürlich mit „Sprache verschlagen“.)

Ich spiele mit den beiden grossen Mädels zum ersten Mal Uno Junior. Ich bin total begeistert und erstaunt, dass sie es echt kapieren und voll gut machen. Hätte ich nicht gedacht. Ich erkläre, dass man Uno sagt, wenn man nur noch eine Karte hat. Als erstes hat Kayla nur noch eine. „Was musst du sagen?“ „Ähmm, …Musungu!“ (Sie hatte das Wort Uno vergessen und sich wohl nur noch dran erinnert, dass in Afrika die schwarzen Afrikaner „Musungu“ rufen, wenn sie jemanden sehen, der eine weisse Hautfarbe hat:)

Magali erzählt mir am Tisch: „Also, die Heidrun hat dir doch mal ne Pflanze vorbeigebracht und dann habt ihr was von nem Frosch geredet, was der alles macht, besonders bei der Frau Braun. „Häääh? Was? Was für ein Frosch?“ ich verstehe gar nichts. Also an das Pflanzengeschenk erinner ich mich ja noch, aber ein Frosch……“ Achso….du meinst den Frost!!!!!!“

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Bereit für den Sommer

Zur Vorinfo der nächsten Begebenheit: Wir sagen unseren Mädels immer, dass Küsse auf den Mund nur für Mama und Papa reserviert sind. Also einen Mundkuss kriegt bei uns nur Andi und ich jeweils von dem anderen.Für die Mädels ist diese Grenze natürlich interessant. Kayla versucht des öfteren Mundküsse zu verteilen, indem sie so tut, als ob sie einen Backenkuss geben will und im letzten Moment ihren Kopf dreht (was wir natürlich total durchschauen:) und das zu Lachattacken führt) und Magali nutzt die anderen freien Stellen im Gesicht um genug Küsse zu bekommen: Stirn, Backe, Nase, Kinn, Auge und Ohr. Jedenfalls war ich mir aber bis jetzt noch nicht bewusst, dass wir zwei Erwachsenen in unserem Kussverhalten auch sehr unter Beobachtung stehen:

Kayla schleicht sich nachts um 4e still und leise in unser Zimmer, klettert lautlos das Bett hoch und legt sich ganz eng neben mich, vergräbt ihre kalten Füssle zwischen meinen warmen Oberschenkeln, zieht sich die Decke her und schläft weiter. Ich bin wach, weil ich bis grad noch gefühlt ewig bei der Carlotti am Bett gesessen bin und zu müde irgendwas dagegen zu unternehmen. Und ich musste auch total schmunzeln, es war einfach echt so süß! Um 5e muss der Andi aufstehen, um 6e kommt er nochmal rein für ein Gebet in Halbtrance (zumindest meinerseits:)) und einen Abschiedskuss. Kayla ist so halbwach und halb am schlafen und fragt mich: „Hat der Papa dir einen Mundkuss gegeben?“

 

Die allerbeste Geschichte zum Schluss, ich lache immer noch, wenn ich daran denke. Ist vielleicht für manchen Leser nicht so lustig, weil er Tier- bzw. Hundfreund ist. Unsere Mädels jedenfalls, haben im Moment ziemlich Schiss vor Hunden. Das war schon ganz anders und wird auch irgendwann wieder anders sein. Aktuell jedoch sind sie sehr schreckhaft, wenn sie welche sehen. Besonders Kayla. Hier in Amerika haben seehr viele Leute einen Hund. Wenn wir da irgendwo laufen, kommen uns oft Hunde und Besitzer entgegen. Immer mit Leine, aber das mindert Kaylas Angst überhaupt nicht. Alle rationalen Argumente dringen da nicht zu ihr durch. Sie hat einfach Angst und will nicht gern dran vorbeilaufen. Also hab ich da den Mädels (pädagogisch wertvoll) gesagt, dass ich sie ja beschützen würde, sollte mal ein Hund einfach zu ihnen hinspringen und was machen wollen. Ich sagte (pädagogisch sehr wertvoll): „Dann kick ich einfach den Hund weg.“

Jetzt liefen wir neulich in einem Park. Kayla mit dem Laufrad voraus. Da war weiter weg ein Hund an der Leine von nem Mensch zu sehen. Sie blieb stehen, fuhr zu mir und sagte: „Mama, kickst du bitte den Hund?“

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Sodele….von Carlotta kann ich noch keine Sprüche raushauen. Das kommt dann auch noch. Sie fängt aber unaufhaltsam an zu sprechen. Die Lautstärke von den anderen hat sie oft schon, wenn sie ihre Sprache spricht und erzählt, was sie so in ihrem Buch anschaut. Sie feierte letzte Woche ihren ersten Geburtstag!!! Wir feierten sie mit einem tollen Frühstück, Mittagspause bei Daddy und dann abends ein Restaurantbesuch (der doch ziemlich chaotisch verlief, inklusive verschüttetes Wasserglas auf Mama, Geschrei und nicht sehr netter Bedienung). Sie bekam sogar einige Geschenke aus Deutschland, voll cool und vermisste auch sonst nicht wirklich viel. In diesem Alter finden die großen Feste auch eher für alle Anderen statt, nicht für die Kinder:)IMG_2975

Uns geht’s gut, jetzt wird’s endlich richtig heiss! Die ersten Sonnenbrände sind schon überstanden. Die Hummeln bauen sich ihr Nest in unseren Balkonbalken, die Löcher in den Leggings und Strumpfhosen nehmen wieder so überhand, dass ich mir jetzt tatsächlich ein Flickset gekauft habe und ein neuer Fernseh frisst mein Wohnzimmer. (Ich verstehe dich Oma Jutta, dass du vor euren was hingestellt hast, ich mache das auch.)

 

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