0

Wein doch nicht, Liebgesicht

…wisch die Tränen weg… So geht ein Kinderlied auf einer CD von uns. Kayla: „Mama, bitte bete, dass mein Mann kein Seemann wird.“ Es geht nämlich darum, dass der Seemann auf dem Schiff wegfährt und seine Liebste daheimlässt. Er verspricht ihr jede Menge Dinge, die er mitbringen wird, wenn er dann wiederkommt. Mein Mann ist kein Seemann, hat aber für eine Woche auch sein Liebgesicht daheim gelassen. Sogar mehrere weibliche Liebgesichter. Die ersten Stunden nach der Wegfahrt sind immer die Schwierigsten finde ich. Da merkte ich dann gestern wieder, was es bedeutet Eins zu sein. Nicht mehr zwei, sondern eins. Das Herz schmerzt, wenn ein Teil fehlt. Aber wir werden es schaffen und danach ist die Freude und Dankbarkeit immer mehr. Was für ein Geschenk nicht alleine durch dieses Leben zu gehen, sondern vereint.

Hellen_Anna-Ruby_Falls (3)Tiana steht morgens in ihrem Bettchen. Kayla: „Ich glaube sie möchte raus und die weite Welt erkunden“. Das möchte sie wirklich. Sie krabbelt im Turbogang und am liebsten haut sie alle möglichen Sachen irgendwo drauf, wo es laut klingt und schmeißt verschiedenste Sachen durch die Gegend (bevorzugt am Esstisch). Sie zieht sich überall hoch, wo sie kann, rührt im Klo, läuft am Sofa entlang. Heute mittag steckte sie kopfüber in unserem Regenwasserspeicherbottich… Gut, dass es niemand gesehen hat und ich grade auch zufällig? auf dem Balkon war. Danke Jesus, für jeden einzelnen Schutzengel für unsere Kinder! Sie muss manchmal Liebesattacken aushalten oder auch andere Attacken, bei denen jemand auf sie draufsteht, sie herumzieht, herumträgt, am Arm hält, beisst. Sie ist smart und wehrt sich mit Gegenbissen, Gebrüll, dass die Mama anlockt und die dann meistens gleich ihre Partei ergreift (meist ohne erstmal nachzufragen was los ist. Nicht sehr pädagogisch.) Es ist aber auch nervig, wenn ständig irgendjemand irgendwo rumjammert, rumärgert, rumzervt, rumstänkert, sich rumdrückt, oder? Sie hat schon mindestens 6 Zähne die echt scharf sind und mit dem Essen klappt es auch immer besser. Allerdings ist Essen lernen echt ein bisschen eklig, vor allem, wenn man Teppichboden hat. Was man da alles für angelutschte und abgekaute und zermatschte Sachen vom Boden auflesen muss ist echt eine Wucht!! Aber besser man liest es auf, sonst hat man es nachher noch an der Fusssohle kleben 😊

Carlotta und ich sind auf dem Balkon. Grade hat mich irgendwas in die Kniekehle gestochen. Ich frage Carlotta, ob sie für mich beten kann. Sie legt ihre Hand auf mein Knie: “Danke Jesus, dass die Oma kein Knie mehr hat“  (Beim Rollenspiel bin ich immer die Oma, sie die Lisa, dann gibt’s noch den Stanni (Kayla) und das bunte Feuerwerk oder Buntblumi (Magali)) Carlotta, unsere Kraftvolle. Sie hört sich gerne selber reden und erfindet die tollsten Rollen- und Wortspiele und fährt mit dem Schulbus und verreist, mahnt zum Ruhig sein, weil ihre Kinder schlafen. Andi hat grad ein paar Tages, bzw. eher Nachttraining hinter sich gebracht um ihr abzugewöhnen, völlig auszurasten und megalaut zu schreien und toben, weil ihre Decke krumm liegt oder weil sonst irgendwas nicht so ist, wie sie es gerne hätte. Es hat geklappt, er hat ganze Arbeit geleistet und konnte ruhig bleiben, als sie sich mit ihm im (begehbaren) Kleiderschrank so laut ausgeschrien hatte, bis sie wieder von selber ins Bett gehen wollte und ruhig war. Wow, toll gemacht Liebgesicht!

Buford_Greenway (9)

Liebgesicht

Carlotta ist im Hausgang und sagt: „Da liegt eine tote Spinne. Der teufel hat sie tot gemacht!“ Meine Kinder reden manchmal über den teufel, fast zu oft wie ich finde. Es ist wichtig nicht zu leugnen, dass es ihn gibt und seine Strategie zu durchschauen, aber es ist genauso wichtig ihm seinen richtigen Platz zu geben. Er ist nicht wirklich der Gegner Gottes. Gott hat keinen Rivalen. Er ist allmächtig, niemand ist wie er. Er hat alles geschaffen. Der teufel ist ein geschaffenes Wesen, ursprünglich mal ein Engel, der selber Gott sein wollte und dann auf die Erde verbannt wurde. Als Gegner des teufels kann man vielleicht eher jemanden vom Rang des Erzengel Michael sehen. (Ist nicht von mir, sondern von Bill Johnson. Von ihm hab ich auch den Einfall, entgegen aller Rechtschreibregeln den Namen des lügners kleinzuschreiben um damit ein Statement abzugeben und ihn nicht zu acknowledgen (klingt englisch viiel besser als deutsch: würdigen, anerkennen). Find ich total gut, deshalb hab ich es gleich mal übernommen). Als ich dann aber nachgedacht hatte und die unten genannte Andacht angehört hatte, wurde mir klar, dass Carlotta vollkommen die Sache verstanden hatte. Der teufel ist gekommen um zu stehlen, zu zerstören und zu töten. (Joh. 10,10) Er will alles kaputt machen. Und er ist leider ganz schön erfolgreich. Adam und Eva waren eigentlich von Gott dazu eingesetzt über diese Erde zu herrschen, aber sie gaben ihr Recht an den lügner ab. Die Welt gehört Gott und er hat sie geschaffen, aber bis er wiederkommt, ist dem teufel erlaubt sein Unwesen zu treiben und über sie zu herrschen. (1.Joh. 5,19) Was dabei herauskommt, kann man ja jeden Tag in den Nachrichten sehen. ABER wenn jemand Jesus Christus sein Leben gibt, dann kommt er von der Dunkelheit ins Licht. Von der Knechtschaft in die Freiheit. Von der Herrschaft des teufels in das Königreich Gottes. Es gibt nur diese Zwei, keine Grauzone dazwischen. Jeder muss sich entscheiden, welchem Herrn er letztendlich dient. In der Andacht bringt Johannes Hartl ganz klar zum Vorschein, was grad ganz aktuell bei uns in Europa und auch hier in USA abgeht. Brandheiss und hochinteressant, jeder muss es wissen:  https://www.youtube.com/watch?v=gUXbDuYiSiY

IMG_6174Was für mich dabei wieder ganz klar wurde: Familien sind solche Schätze! Einfach weil es euch gibt. Ihr seid so mega wichtig. Ihr seid Gottes Abbild in dieser Welt und strahlt euer Licht heraus. Ihr müsst nicht perfekt sein, es ist eh niemand perfekt, sondern einfach so wie ihr seid, benutzt Gott euch um dieser Welt sein Gesicht zu zeigen. Seine Liebe, wie er Beziehung lebt, wie er ist, seinen Charakter. Wir brauchen euch! Wenn eure Kinder irgendwo rumschreien kriegt ihr vielleicht von den Leuten genervte Blicke, aber der Allmächtige schaut euch zu und freut sich aus ganzem Herzen über euch! Ihr seid eine Stadt auf dem Berg, die hell leuchtet! Danke, dass ihr den Unterschied macht, danke, dass ihr euch für Kinder entscheidet, für euren Ehepartner, für eure Familie. Ihr tut das Richtige! Gott, unser Papa im Himmel liebt es, sich durch die Liebe von Mann und Frau und von Eltern zu Kindern dieser Welt zu erkennen zu geben. Siehe da, das Haus Gottes bei den Menschen!!

Kayla versprecht ihr Gehalt und verhält nicht ihr Sprechen. Oft hat sie schon nach 1 Minute vergessen, was grad gesagt wurde und hat sich selber abgelenkt. Sie liebt es CD zu hören, vor allem Maike oder Emmi. Die CDs sind auch noch total cool und voll mit Jesus. Leider ist sie dabei so -was weiß ich was- ,dass sie immer irgendwo draufrumkauen muss. (Andi sagt ja, wie die Mama, weil die ja auch an den Fingernägeln kaut. (hat er ja wahrscheinlich Recht, aber das schreib ich nur ganz klein hier hin)) Jedenfalls liegen dann verkaute und ausgespuckte Papierstücke herum und letztens waren die Fotos von der Pinnwand weggemacht und rundherum mit kleinen Bissspuren versehen…Naja, wenigstens war für fast eine Stunde nix aus diesem Zimmer zu hören außer dem Kassettenrekorder…Man muss auch manchmal Opfer bringen.

Neulich sind mir die Bedeutungen unserer aller Namen wichtig geworden und ich hab alle aufgeschrieben, bin dabei auf ziemlich coole Sachen gestossen. Kayla bedeutet die Krone und unsere Freundin Nicoleta hat bei Kaylas erstem Geburtstag in ihr Büchle reingeschrieben, dass sie wie Königin Esther sein wird. Königin-Krone, passt ja wunderbar. Und Kayla würde einen Schönheitswettbewerb gewinnen, wie damals Esther. Eltern sind Propheten für ihre Kinder, schreibt Mark Batterson. Ich sage und bete jetzt immer wieder über ihr, dass sie tapfer und mutig ist und dass sie geboren ist, für eine Zeit wie diese und dass Jesus ihre Schönheit und ihre Krone benutzen wird, um Geschichte zu schreiben und ihm Ehre zu geben. So wird es sein. Amen.

Mama hält Kayla eine Standpauke. Kayla: “Jetzt ist es aber gut. So ist Jesus auch nicht!“ (Mama hört auf, weil sie die Wahrheit in den Worten ihrer Tochter trotz deren Jugend erkennt.)

Abends im Bett. Kayla: “Jesus, ich bete, dass kein Donner und Blitz kommt. Fröhlich seis beim Abendessen…“

Magali: “Mama, ich verdurste!!!“ Kayla antwortet für mich:“Du, hab ich vielleicht 4 Kinder, die ich alle versorgen muss?“

IMG_6196

Da war der dritte Zahn locker

Magali Milchzahnperle Lauser. Heute ist der fünfte Zahn rausgemacht worden. Wird langsam normal, aber sie kommt immer irgendwann an den Punkt, dass sie sich heuljammernd fragt: „Warum müssen denn nur die Zähne ausfallen?“ Wenn er dann draußen ist, ist sie voller Enthusiasmus und Freude ob der Süßigkeit die sie erwartet. Sowieso sind die Fragen: „Krieg ich was Süßes?“ und „Dürfen wir was anschauen?“ wohl die meistgefragtesten Fragen in unserem Haushalt. Bei welchem Haushalt mit Kindern wohl nicht? Magali freut sich auf den Kindi, der jetzt endlich nächste Woche wieder anfängt. GOTT SEI DANK!! Fast 4 Monate waren wir jetzt alle zuhause, bei schweißtreibenden Temperaturen und gefühlt auf einem Vulkan, der jederzeit explodieren kann. (Naja, das ist wohl etwas übertrieben) In dem Königreich, in dem ich zuhause bin, liebt man die anderen no matter what. Man dient und segnet und sucht das Beste für die anderen. Und so versuchen wir es auch, mit aller Kraft. Wir inkluden (Inklusion ist doch eh ein Schlagwort dieser Zeit) die Untermieterin im Essensgebet, haben ihr unser Zweitauto zur Verfügung gestellt, weil sie keins haben, bleiben morgens bis Punkt 8 Uhr im Kinderzimmer so leise es geht und auch sonst wird jede laute und polternde Aktion mit „Schhhht“ und „Leise“ und „Tiptoe“ Rufen begleitet. Es ist echt anstrengend. Irgendjemand sagte mal: „Es gibt nur wenige Gelegenheiten im Leben wirklich demütig zu sein. Diese ist eine davon.“ Wir werden sie nutzen um mehr so zu werden, wie Jesus ist. Die Mädels machen es echt toll und geben ihr Bestes, sie schaffen es leise Party zu machen und zu rennen. Respekt, ich bin sehr stolz auf euch.

IMG_6179

Dürfen wir was anschauen? Ja!

Und in einem Haus zu leben erscheint mir wie ein weit entfernter, tiefenentspannter Traum. Aber nun gilt es wohl in dieser Phase, diese Lektion zu lernen, des Rücksichtnehmen, des Liebens, des Dienens, der Demut, des Segnes, und je schneller wir diese Lektion gelernt haben umso schneller wird die nächste Phase eingeleitet werden. Hallelujah! God is good all the time. Ich bin dankbar in allen Dingen. Danke, dass wir überhaupt ein Dach über dem Kopf haben, danke, dass wir trotzdem gut mit ihnen klarkommen, danke, dass sie uns Essen hochbringt, danke, dass wir wissen, wer unter uns wohnt und dass wir nicht alleine sind, danke, dass wir dienen üben dürfen, danke, dass wir lernen dürfen, leise zu laufen, Rücksicht zu nehmen. Danke, dass wir gesund sind und nicht im Krankenhaus sein müssen, danke, dass wir nicht für immer hier sein müssen. (Die Punkte zu finden hat jetzt schon ein Weilchen gedauert…😊)

Aber Gott ist wirklich gut und er ist auch unser Versorger. Voll cool, für diese Woche haben wir jetzt jeden Tag etwas mit anderen Freunden ausgemacht, so viele Leute schenkt er uns hier. Jetzt kürzlich erst eine Art „Ersatzoma“, wo die beiden Großen voll gerne hingehen und sogar alleine dableiben, sie freut sich sehr und ich freue mich, wenn ich nur die zwei Kleinen habe. (Da schauen sie fern, essen Pommes, backen Brot und Cookies, essen ganz viele Süßigkeiten😊Wie bei echten Omas halt😊) Danke Jesus. Wenn man so ganz alleine irgendwo ist, freut man sich sehr, wenn man neue Leute kennenlernt und ist auch ein bisschen auf sie angewiesen. Das ist oft gar nicht mal so schlecht, weil man aus seiner Komfortzone rauskommt und offen und neugierig auf andere Menschen sein kann und muss. Es schützt davor eingefahren und abweisend zu anderen zu sein, die Kontakte suchen. Wir alle brauchen menschliche Nähe und Ansprache und das Gefühl geliebt und gesehen zu werden.

Eigentlich wollte ich ja noch von Magali erzählen…Sie braucht Zeit um sich auf neue Situationen einzustellen. Letztens waren wir in den Bergen übers Wochenende bei Freuden eingeladen. Wir kamen nachts an, Kayla schlief ohne Mucks sofort im neuen Bett weiter, Magali lag weinend neben ihr und fragte mich, ob wir das schaffen würden, da ja hier alles neu wäre und sie nichts kenne. Nach kurzer Zeit genoss sie es sehr, aber dann mussten wir schon wieder heim. Auf der Heimfahrt waren dann wieder Tränen ob dem Ende des Urlaubes und weil dieser so schön war. Neuanfänge, Abschiede, daraus besteht wohl viel in unserem Leben. Mir fällt es manchmal schwer da immer einfühlsam damit umzugehen, weil es mich dann auch nervt und ich nicht noch mehr weinerliche Töne hören möchte. Da verzieht sich Magali dann gerne in irgendein hinterletztes Eck und trauert allein vor sich hin. Auch öfters vor dem Essen, wenn irgendwas nicht passte oder einer ein zu harsches oder ungerechtes Wort mit ihr geredet hatte. Da wurde mir letztens total klar, was gerade hier bei ihr die richtige Art ist darauf zu reagieren. Ich bin dann nämlich eher so veranlagt, dass ich hart bin und denke, dass sie jetzt halt schmollen soll und sich ja entschieden hat. Dann kriegt sie halt nix mehr zum Essen und soll da hinten rumheulen, ist doch eh übertrieben usw…. Da brachte mein Ehemann den Spruch: Gnade vor Recht ergehen lassen.

IMG_6187

Fast mal ein perfektes Bild, ach nein, ein Kaffeefleck.

Der setzte sich bei mir fest und brachte mich zum Nachdenken. Natürlich ist es falsch einfach wegzurennen und irgendwo rumzuschmollen, aber bei ihr muss ich in dieser Situation Gnade vor Recht ergehen lassen. Ich will mich entscheiden jedes Mal irgendwann nach ihr zu schauen und die Sache mit ihr zu besprechen und sie in den Arm zu nehmen und zu uns zu holen. Die Liebe ist wichtiger als alle starrherzigen Erziehungsdogmen? in meinem Kopf und die Liebe ist immer stärker als alles andere. Die Liebe siegt immer, weil Jesus immer siegt. Amen und Amen.

Vorschau:

  • Blutsverwandte Omi und Opi kommen zum Spontanbesuch Mitte September. Juhuu! Enkel und Omi haben schon ihre Countdownliste gestartet!
  • Wohnmobiltour an der Westcoast als Abschlussurlaub in den Vereinigten Staaten. Wie aufregend! Vorfreude und Vorbereitungsgebet gestartet!

 

Achtung, dieser Artikel könnte später noch verändert werden, weil sich Lektor Lauser zur Zeit außerhalb des Landes befindet. Aber die Angaben sind ja wie immer sowieso ohne Gewähr.

 

2

Und alles nur…ohoh…

…weil ich dich liebe und ich jetzt weiss, wie ichs beweisen kann, komm ich zeig dir wie groß meine Liebe ist und bringe mich für dich um. Sang irgendeine Musikgruppe meiner Jugend (Isi weiß mit Sicherheit den Namen) aber könnte auch Jesus zu dir und mir singen. (zumindest diese Liedzeile)

20170715_164924

Ihre Augen reflektieren den Himmel

Andi begleitete Magali zum Kindergeburtstag und trat voll ins Fettnäpfchen. Er fragte nämlich den Papa, ob sie denn jetzt das Fünfte erwarten würden…? Dieser antwortete: No, das sei nur der Restbauch. Andi war es bisschen peinlich. Der Mann meinte nur, dass es gut sei, dass er es zu ihm und nicht zu seiner Frau gesagt habe😊 Viele Grüße von hier aus an alle Restbäuche! Ich danke euch, liebe Mamas, dass ihr euren Körper zur Verfügung gestellt habt, um diese Wunder Gottes darin zu tragen und alles Fett oder verbliebene Streifen oder sonst was sollte uns dran erinnern, dass wir die Bürde und die Ehre auf uns genommen haben, in die Zukunft unserer Menschheit zu investieren. Ich ehre euch hiermit liebe Mamas für dieses Opfer, das ihr bringt!

Und wenn man dann nicht mehr ganz so straff ist, kriegt man wenigstens andere Kommentare. So sagte ein junger Mann letztens am Pool zu mir, dass ich schöne Füße hätte. Ich war völlig baff. Dachte sofort an meine tolle Hornhautraspel, die regelmäßig im Einsatz ist und musste sehr lachen. Ich freute mich über das Kompliment (auch wenn er das glitzegleiche am nächsten Tag zu meiner Freundin sagte😊) Wenn man will, findet man bei jedem Menschen etwas Positives. Jesus, schenke uns deine Augen, die sehen, was du siehst.

Uns fehlt das Dorf. Man sagt doch, dass es ein Dorf braucht um ein Kind zu erziehen. Wir sind so ge-fordert, total oft über-fordert, wer fordert denn eigentlich was von uns? Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich meinen Kindern nicht gerecht werden kann. Wie soll ich bitte vier kleinen Menschen gerecht werden? Muss ich überhaupt gerecht sein? Das Leben ist nicht gerecht, einer ist braun, der andere hell, einer ist schlau, der andere nicht so usw. Ich kann meine Kinder gar nicht völlig gerecht behandeln. Das ist unmöglich und nur einer ist völlig gerecht und gut. Wenn Jesus wiederkommt, wird er Gerechtigkeit bringen, in alle Rassen und Nationen. Bis dahin will ich versuchen, zu sehen, was jedes Kind gerade braucht und das dann so gut es geht ihm zu geben, aber manchmal werden sie auch warten, leiden und verzichten müssen. Das ist schwierig, aber eine gute Übung für das real life.

Okefenokee-Swamp (29)

Wir waren im Okefenokee Swamp Park bei den Krokodilen

Uns wird erst jetzt richtig bewusst, was es heißt 4 Kinder zu haben (reichlich spät mag manch einer denken). Es ist richtig anstrengend. Richtig. Feuerofen des Lebens ist mir wieder eingefallen. (Ich wiederhole mich hier in dem Blog mega oft, ich glaub ich schreibe immer über die gleichen Dinge, sorry for that) Und im gleichen Gedanken kam mir, dass es ja auch eine Geschichte mit dem Feuerofen in der Bibel gibt. Die drei Freunde, die in den Feuerofen geworfen werden, der auch noch 7 Mal heißer gemacht wird als sonst, weil der König so sauer auf die Jungs ist. Es ist ja alles eine Phase, manchmal hat man echt das Gefühl, dass grad die Temperatur nochmal hochgedreht wird, an anderen Tagen geht’s wieder ein bisschen besser. Aber bei denen wars richtig heiß und das hammermäßiggeniale ist, dass sie im Feuer herumspaziert sind. Fröhlich herumspaziert, aus dem einen Grund, dass sie nicht alleine im Feuer waren, da war plötzlich noch jemand bei ihnen: Jesus. Als der König das von oben? sah, traute er seinen Augen nicht und rief sie heraus. Da kamen sie raus, nix verbrannt, kein Haar versengt und noch nicht einmal Brandgeruch an ihnen. Nicht mal ein Geruch von Feuer. Hallelujah! Das ist Jesus, kennst du ihn schon? Dieser Gedanke begeistert und ermutigt mich. Jesus ist mit mir im Feuerofen. Er ist mittendrin, in all den feuerspeienden Wutanfällen, heißen Diskussionen, hitzigen Wortgefechten und brandaktuellen Streits. Er lässt uns nicht verbrennen. Er schenkt uns Frieden, auch wenn die Luft brennt. Er lässt uns fröhlich herumspazieren, Gelassenheit und Humor bewahren. Und wir werden aus dieser Kleinkinderzeit herauskommen. Und mit Jesus wird uns kein Brandgeruch anhaften, nicht mal ein Häärchen? versengt sein. Er ist unsere einzige Hoffnung und er ist stärker als das größte Feuer.

Okefenokee-Swamp (97)

So ein mutiges Mädchen!

Kayla erzählt morgens von einem Traum, den sie hatte. Da waren Vögel und Räuber, die sie fangen wollten. Kayla sagte im Traum zu den Räubern: „Geht weg, ihr habt hier nix zu suchen. Jesus ist viel stärker als ihr!“ Richtig hammer finde ich das. Wir haben Macht über unsere Träume und dürfen über sie herrschen und in Jesu Namen allen Dingen oder Sachen, die uns Angst machen sagen, dass sie verschwinden müssen.

Wir haben viele Moskitos und Wespen, die rumfliegen. Kayla: „I see the Viech“

Die Älteste hat Husten und Stimmungsschwankungen: An einem Tag. Magali:“ Du kümmerst dich nicht gut um mich. Du bist die blödeste Mama, die ich je hatte.“ Mama: „Du hattest auch noch nie eine andere.“ Am nächsten Tag. Magali: “Du bist die beste Mama, die ich je hatte.“ Mama freut sich und kann beide Aussagen besser einordnen.

20170708_111749

Magali war im Hochseilgarten mit dem Papa

Magali erzählt mir: “Manchmal denke ich: Hätte ich doch ne Mama, so wie du – nur besser! Aber dann sage ich schnell: Nein! Das will ich nicht denken.“ Da musste ich schon kurz schlucken. Allerdings fand ich es richtig cool, dass sie mir sowas überhaupt anvertraut und dann dachte ich daran, dass sie schon ein wichtiges geistliches Prinzip verstanden hat. The war is in your head. Der Kampf ist in unserem Kopf. Was wir denken, bestimmt uns. Wenn wir falsche Gedanken denken, werden wir falsch handeln. Wenn wir gute Gedanken denken, werden wir gut handeln. Lasst uns unsere Gedanken überprüfen und uns selber die Wahrheit sagen. Jesus sagt: Ich bin die Wahrheit. Joh 14,6

Wir überlegen uns, ob es Tiger in Südamerika gibt. Magali: „Frag doch den Google.“

Carlotta kommt zu mir und erzählt vom Ins-Bett-bringen: „Ich hab mich verschieden und dann hat der Papa mich gebinden.“ Der Papa bringt sie immer ins Bett. Carlotta hampelt und windet und wuselt sich im Bett umher und will alles, nur nicht liegenbleiben. Das geht schon mal ne dreiviertel Stunde. 20170715_165311Da hatte er die Idee, dass sie sich entscheiden kann zwischen ruhig hinlegen oder dem, dass er ihr die Füsse mit seinem Trainingsgummiband zusammenbindet. (weiß auch nicht genau, ob man das schreiben darf, aber im Zweifelsfall mach ichs einfach😊 und Andi hat sogar seine Zustimmung gegeben) Und so hatte sie sich an diesem Tag für Binden entschieden und nach einem mega Geschrei ist sie ganz excited zu mir gekommen um mir diese Neuigkeit zu erzählen. Wahrscheinlich war sie auch ganz entzückt darüber, dass ihr Papa tatsächlich das macht, was er sagt und dass sie sich darauf verlassen kann.

Vor einer Woche wachte Tiana mehrmals in der Nacht auf und ich sagte ihr am Frühstück, dass ich das gar nicht mal so toll finde. Magali: „Vielleicht ist sie ja ein Wolf, die sind nachts auf und schlafen tagsüber.“

Am Pool bei uns treffen wir eine junge Frau, die Kinder liebt und immer sehr freundlich ist. Sie möchte eine Umarmung von den Mädels haben. Eine möchte ihr keine geben. Ich erkläre der leicht angesäuerten Frau, dass das ok ist und dass die Kinder niemand umarmen müssen. Abends erzähle ich es Andi und ich ärgere mich, dass ich es der Frau nicht noch genauer erklärt habe, warum wir so denken und dass es total super ist, dass ein kleines Kind sich traut „Nein“ zu einem Erwachsenen in solch einer Sache zu sagen. Also hier geht es nicht um Ungehorsam oder Frechheit oder sonst was, sondern darum, dass Kinder lernen müssen, Grenzen zu setzen.

Buford_Greenway (7)

Wir haben uns eine neue tolle Kamera gekauft, es macht so Spass coole Fotos zu machen.

Dass sie die Möglichkeit bekommen, zu lernen, dass ihr Körper nur ihnen alleine gehört und dass sie bestimmen dürfen, wer sie umarmt, wer sie küsst, wer sie anfasst. Schutz vor sexuellen Übergriffen fängt hier an. Kinder müssen lernen, dass es gut ist, wenn sie zu dem stehen, was ihr Bauch ihnen im Moment sagt. Sie müssen lernen, dass es gut und manchmal auch wichtig ist „Nein“ zu sagen. Und wir Eltern müssen lernen, dieses Verhalten zu fördern und unterstützen und den Anderen zu erklären, anstatt dass es uns peinlich ist oder wir gar die Kinder dazu zwingen, irgendwas zu tun, was sie gar nicht wollen. Es gibt genug Leute in dieser Welt, die keine Grenzen haben und die andere Leute ausnutzen, die nicht gelernt haben „Nein“ zu sagen. Manche empfinden ein „Nein“ als Beleidigung oder Ablehnung, dabei ist ein freundliches, aber bestimmtes „Nein“ nur ein Zeichen dafür, dass man um seinen eigenen Wert weiß und genug Mut hat, zu sich selber und seinem Bauchgefühl zu stehen. Wie soll ein Jugendlicher oder Erwachsener später mal „Nein“ zu irgendetwas oder irgendjemand sagen können, wenn er es nicht als Kind gelernt hat? Also liebe Omas und Opas, Tanten und Onkel, Männer und Frauen, wenn das nächste Mal ein Kind euch nicht umarmen oder Küsschen geben will seid nicht beleidigt oder versucht es zu überreden, sondern freut euch mit ihm, dass es auf einem guten Weg ist, zu lernen, dass sein Körper ihm gehört. Alleine diese Reaktion könnte bewirken, dass das Kind nächstes Mal ganz von selber freudenstrahlend durch eine Umarmung seine Zuneigung kundtut. Wer gelernt hat aus ganzem Herzen „Nein“ zu manchen Sachen zu sagen, der kann auch zu anderen Sachen aus vollem Herzen „Ja“ sagen. (So ähnlich wie ich „Nein“ zu allen anderen Männern dieser Welt gesagt habe, als ich zu meinem Andi „Ja“ sagte.)

Savannah (61)

Beim Kurztrip in Savannah

Kinder sind ja professionelle Fehlermacher. Anbei ein paar Hinweise (natürlich nur fiktiv:)), an denen ihr merkt, dass ihr solche Profis zu Hause habt:

  • 3 angebissene Äpfel liegen im Mülleimer
  • Die Türen und Wände o.ä. sind mit Farbstiften bemalt
  • Im Waschbecken ist regelmäßig ein Schaumbad eingelassen
  • Ein angebissener Brühwürfel liegt im Kinderzimmer und daneben ist ein Spuckfleck auf der Bettdecke, der genauso riecht
  • Es ist ganz still und im hintersten Eck sitzen zwei Grinsemäuse und haben die Geschenktüten mit den frischgebackenen Schneckennudeln aufgerissen und mampfen sie so schnell es geht
  • Die CD Booklets sind an den Kanten angeknabbert
  • Marmeladenflecken sind auf der Matratze verschmiert und es krabbeln schon Ameisen darauf herum
  • Sehr viele Bücherseiten sind mit Tesa zusammengeflickt

 

IMG_6128

Die Goki Kerzen waren leider aus. Müssen erst wieder aus D nachbestellt werden. Hier kosten sie nämlich das 3fache.

Ohoh, total ein wichtiges Event vergessen! Unsere Kayla wurde 4!!! Sportlich, schön, mutig, kerngesund, lustig, liebevoll, fröhlich, sanft, wild, stark, schlank, braun, flexibel, amerikanisch, deutsch und einfach wunderbar! Wir freuen uns sehr, dass sie zu unserer Familie gehört und haben sie gebührend am hauseigenen Pool von Freunden gefeiert und es war sehr schön. Wir haben eine kleine Geburtstagstradition, wie wir das jeweilige Geburtstagskind ehren. Haben wir mal von einer Family hier erlebt und abgeguckt und fanden es voll cool. Wir sprechen laut aus, was wir an der Person cool finden und auf was wir stolz sind und beten für sie. Das Bild unten finde ich besonders cool, weil es so christlich aussieht:) Und auch wegen Andis tollem Argentinien Bart und natürlich auch, weil ich gut darauf aussehe (ist ja schon witzig, wie egoistisch wir doch alle sind, wir schauen bei einem Foto immer zuerst nur auf uns selber!)

IMG_6147

Zum guten Schluss noch ein neuer alter Spruch vom Andi, wenn mal wieder gar nichts bzw. gar niemand so läuft, wie man es gern hätte: „Jetzt klatscht es gleich, aber nicht Applaus!“ Natürlich schlägt er danach nicht die Kinder, sondern klatscht einfach in die Hände. Wie er es gesagt hatte 🙂 Ein bisschen Humor und lustige Sprüche sind immer gut für Eltern und Kinder.